Pulverbeschichtungen
Allgemeines
Die Pulverbeschichtung ist ein trockenes Verfahren, bei dem der Beschichtungswerkstoff als Feststoff in Form eines Feinstpulvers aufgebracht wird. Man vermeidet bei dieser Beschichtungsart den Einsatz von Lösungsmitteln und die damit verbundenen Emissionen.
Verfahrensbeschreibung
Das Feinstpulver wird durch geeignete Maßnahmen gleichmäßig auf das Werkstück aufgebracht. Das aufgetragene Pulver wird anschließend im Ofen aufgeschmolzen.
Beschichtungsablauf
Der Beschichtungsauftrag gliedert sich in die Verfahrensschritte:
- Vorbehandlung des Werkstücks
- Pulverauftrag
- Aufschmelzen des Pulvers
Vorbehandlung des Werkstücks
Um eine ausreichende Haftung auf dem Untergrund zu erreichen, müssen die zu beschichtenden Flächen vorbehandelt werden. Dazu wird das Werkstück zunächst entfettet. Zur Anwendung kommen hierbei organische Lösungsmittel oder das Abbrennen bei Temperaturen von ca. 400 °C. In einem weiteren Schritt werden die Werkstücke mechanisch durch Sandstrahlen gereinigt und aufgerauht. Die Verankerung der Beschichtung auf der Werkstückoberfläche kann durch das Aufbringen eines Haftvermittlers (Primers) verbessert werden.
Pulverauftrag
Die Pulverteilchen werden mit Druckluft aus einem Vorratsbehälter gefördert und auf ihrem Weg durch die Sprühpistole elektrostatisch aufgeladen. Da die Teilchen gleichnamig geladen sind, stoßen sie sich im Flug voneinander ab und bilden eine gleichförmige Wolke. Das zu beschichtende Werkstück wird geerdet, wodurch ein elektrostatisches Feld zwischen der Pistole und dem Werkstück entsteht. Die Pulverteilchen werden vom Werkstück angezogen und haften an diesem.
Aufschmelzen des Pulvers
In der Beschichtungstechnik trennt man grundsätzlich in Heiß- und Kaltbeschichtungen. Bei der Heißbeschichtung wird das Pulver auf ein Substrat aufgebracht, dessen Temperatur oberhalb der Pulverschmelztemperatur liegt. Hier schmilzt das Pulver schon während des Aufbringens.
Von Kaltbeschichtung spricht man, wenn die Substrattemperatur unterhalb der Pulverschmelztemperatur liegt. Hier vollzieht sich der Schmelzprozeß anschließend im Ofen.

